Die Elternzeit, die musst Du nutzen oder ein Jahr hat zu wenige Tage

Ich lese ja gerne Blogs anderer Menschen. Besonders faszinierend finde ich es dabei immer wieder an außergewöhnlichen Lebensstilen oder -arten quasi teilzuhaben. Da gibt es Frauen, die mit ihrem Säugling alleine durch die Mongolei reisen, Menschen, die nie länger als drei Monate an einem Ort leben oder eben jene Familien, die sich nach der Geburt ihres Kindes ganz bewusst eine Auszeit nehmen und sich einen Lebenstraum verwirklichen.
Quelle (2): Pixabay

Die Zeit fliegt nur so vorbei


Nun bin ich seit Anfang des Jahres wieder in Elternzeit. Ein Jahr möchte ich mit unserer Tochter zu Hause bleiben. Vor Beginn der Elternzeit hatte ich schlicht und ergreifend nicht die Zeit mir zu überlegen, was ich mit diesem einem Jahr eigentlich anfangen möchte. Immerhin muss ich nicht arbeiten und die Vormittage gehören meiner Tochter und mir. Nun bin ich also seit zwei Monaten in Elternzeit und was kann ich sagen? Die Tage verfliegen nur so. Meine Vorstellung, dieses Jahr zu nutzen, habe ich bis jetzt nur bedingt umgesetzt.

Klar, ein Neugeborenes verlangt auch sehr viel Aufmerksamkeit und viele Dinge brauchen einfach sehr viel Zeit. Das Haus zu verlassen muss generalstabsmäßig geplant werden oder vermeintlich freie Zeit geht mit wickeln und essen drauf. Aber - genau, das große aber - es gibt da ja eigentlich noch so viel mehr freie Zeit. Was mache ich eigentlich damit? Genau, manchmal ganz einfach gar nichts. Wenn die Nacht mal wieder zu kurz war, sitze ich einfach nur auf dem Sofa und döse mit meiner Tochter vor mich hin oder verbringe zuviel Zeit damit mit schöne Tragetücher oder andere Babysachen im Internet anzuschauen, weil mein Kopf zu mehr gerade einfach nicht fähig ist.

Wollen und können - der Weg zur Selbstverwirklichung


Und dann gibt es natürlich noch die netten Vormittage mit anderen Mamas im Cafe. Denn immerhin muss ich ja nächstes Jahr wieder arbeiten und wer hat dann noch Zeit sich morgens um 10 Uhr gemütlich zum Kaffee trinken zu treffen? Eben, niemand. Und ganz ehrlich, so etwas gehört zum Babyjahr einfach dazu.

Doch dann nagt hin und wieder der Zweifel an mir. Nutze Deine Zeit sinnvoll. Bewege etwas, verändere etwas oder verwirklich wenigstens Dich selbst. Doch wie? Ganz ehrlich, alles stehen und liegen lassen und um die Welt reisen, ist einfach nicht meins. Ich lebe gerne hier in meinem Haus und in meiner Welt. Auch wenn ich die Berichte von Familien, die genau dies getan habe, absolut faszinierend finde. Auch habe ich nicht die Kraft und Ausdauer, mich abends, wenn alle Kinder schlafen, hinzusetzen und ein Buch zu schreiben. (Was ja auch immer ein ganz beliebter Zeitvertreib ist). Und abgesehen davon, alleine durch die Mongolei zu reisen, dazu habe ich viel zu viel Angst.

Also, was bleibt mir? Genau, die Tage mit meiner Tochter zu genießen. Mich zu erfreuen, wenn sie mich anlacht. Zu genießen, wenn sie Vormittags mal drei Stunden schläft und ich hier schreiben kann. Zu staunen, wie schnell sie wächst und Fortschritte macht. Und vor allem dem schlechten Gewissen nicht zu viel Raum und Zeit zu gewähren und weiterhin die Blogs anderer Menschen zu lesen und zu staunen. Ich finde, ich nutze die Zeit eigentlich recht gut, oder?



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